Was ist Zen?

Der Zen-Buddhismus verfügt über eine reiche Erfahrung im beharrlichen Einüben einer ganzheitlichen, auch das Leibliche einbeziehenden Haltung der Achtsamkeit im Blick auf das Leben im Alltag, in dem Diesseitiges und Jenseitiges als eine Wirklichkeit erkannt werden. Solches Ueben (Za-Zen = "Sitzen in Versenkung") soll uns die ursprüngliche Stille - jenseits von Frage und Antwort - wieder wahrnehmen lassen. Dies kann uns auch in einer westlich-christlichen Umwelt durch ein Auf- und Neuaurichten unserer Lebenshaltung zu einem vertieften Umgang mit existenziellen Fragen führen, die uns im ganz Alltäglichen beunruhigen. (Franz Dodel)

 

Die äusseren Voraussetzungen für das Zazen sind im Grund einfach:

1. Die feste Basis: Sitzen möglichst am Boden, auf einem Kissen oder Meditationsschemel

2. Der aufrechte Oberkörper

3. Das durch keinerlei Forcierung völlig freie natürliche Atmen

4. Das Einen des Geistes auf einen Punkt, d.h. das Nichtdenken denken und sich "nur" auf das Hier und Jetzt des Sitzens und des Atems konzentrieren.

 

Anfänglich macht diese Haltung etwas Mühe. Es ist nicht einfach, mit aufrechtem Oberkörper, gespannt wie ein Bogen und trotzdem gelassen, zu sitzen. Doch gerade das Einbeziehen des ganzen Körpers in die Sammlung des Geistes ist im Zen entscheidend.

Wer sich bemüht ins rechte Zazen zu kommen, kann vielleicht zum ersten Mal klar und bewusst seine körperliche und seelisch-geistige Einheit erkennen.

 

Niklaus Brantschen (Zenmeister im Bad Schönbrunn) nennt vier wesentliche Voraussetzungen für die Kunst des Meditierens:

 

1. Disziplin

Man könnte meinen, der heutige Mensch habe ein Gespür für Diszipin, wird er doch in der Schule und besonders bei der Arbeit dazu angehalten. Das ist zwar richtig, aber es entsteht dadurch ein gewisser Ueberdruss. In der Freizeit wenigstens, im privaten Raum möchte der Mensch sich gehen lassen, sich zerstreuen. Aber ohne Disziplin ist das Leben nicht möglich. Ein disziplinloses Leben hat keine Linie. Es verflattert. Erich Fromm sagt: "Ohne Disziplin wird das Leben zersplittert und chaotisch, und es fehlt an Konzentration." Es geht beim Meditieren nicht ohne eine gewisse Ordnung, gewisse Regeln. Ordnung ist nicht alles, Regeln sind nicht alles, aber ohne Regeln, ohne äussere Ordnung, ohne einen bestimmten Rahmen geht es nicht.

 

2. Konzentration

Sie ist die zweite Voraussetzung. sie ist noch seltener anzutreffen als Disziplin. Wir sind in der Tat geneigt, ständig etwas zu tun. Fromm sagt, wir sind die Konsumenten mit dem stets geöffneten Mund, gierig und bereit, alles zu verschlingen. Konzentration, wörtlich: zur Mitte finden, ist nicht nur Voraussetzung für das Bemühen der Meditation, es ist schon der Prozess der Meditation.

 

3. Geduld

Sie ist eine weitere unerlässliche Voraussetzung. Wer auf raschen Erfolg aus ist, wird immer enttäuscht werden. Wir können nicht erwarten, in ein paar Studen oder gar in einem Abend das zu lernen, was wir vielleicht jahrelang vernachlässigt haben, nämlich still zu sitzen, Zeit zu haben, ruhig zu werden, sich zu konzentrieren, sich zu sammeln, zu sich zu kommen.

 

4. Ueberzeugung

Die Ueberzeugung, dass das, was ich tun will, für mich wichtig ist, ist die vierte Voraussetzung. Es ist eine alte Tatsache, dass ich Zeit und Raum nur für etwas finde, was mir wichtig ist. Wenn ich nicht zutiefst überzeugt bin, dass Meditation für mein Leben wichtig sein kann, erlerne ich sie nie, weil hundert andere Dinge sich vordrängen und mich von meinem Vorhaben, mir eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, abbringen. Wenn Meditation Ihnen nicht wichtig ist, lernen Sie sie nicht.

 

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