Wechselnde Pfade

 

Wechselnde Pfade

Schatten und Licht

Alles ist Gnade

Fürchte dich nicht

Der Verfasser ist dieses Liedes ist unbekannt. Es soll ein Hausspruch aus dem Baltikum sein. Vielleicht so, wie bei uns auf alten Häusern Sprüche über den Türen stehen. Gesungen wird das Lied als vierstimmiger Kanon. Es wird in Taizé gesungen und ist auch ein Pilgerlied. 

 

Der Text ist für mich aus zwei Gründen besonders bedeutungsvoll. Erstens gefällt mir die prägnante, auf den Punkt gebrachte Sprache. Zum Zweiten ist der Liedtext für mich der Inbegriff dessen, was der Kern der christlichen Botschaft ist.

 

In In den ersten beiden Zeilen sind – mit nur fünf Worten – die wesentlichen Dimensionen des Menschseins beschrieben. 

Wir sind auf ganz unterschiedlichen Wegen unterwegs. Manchmal sind sie voller Licht und leicht zu gehen, aber ab und zu wird der Lebensweg überschattet von schwierigen Phasen, die schwer zu verstehen und anzunehmen sind.

 

Die dritte Zeile «Alles ist Gnade» ist bereits die Essenz des Textes. Was heisst Gnade? Sie ist für die Christen eine Verheissung, dass einer da ist, der den Weg mit uns geht. Wo immer wir sind und was immer wir tun oder nicht tun, in guten und schlechten Tagen, können gläubige Menschen die Erfahrung machen, dass Gott in uns und um uns spürbar ist.  Die Gnade ist ein Geschenk Gottes. Wenn das Leben ein Geschenk Gottes ist, haben wir allen Grund dafür dankbar zu sein. Es gibt im Verlaufe des Lebens unendlich viele Situationen und Gelegenheiten um bewusst dankbar zu sein. Studien haben gezeigt, dass dankbare Menschen zufriedener mit sich und ihrem Leben sind als andere.

 

Trotz der versprochenen Gnade, sind Angst, Unsicherheit, Zweifel, Mangel an Vertrauen, seit jeher ständige Begleiter des Menschen. Wohl deshalb endet der Text mit den tröstenden Worten Jesu, die er immer wieder an seine Jünger gerichtet hat: Fürchtet euch nicht (nach Prof. Paul  Zulehner steht dieser Satz 366 x in der Bibel). Hier steht er in der Einzahl. Jede/r ist persönlich angesprochen.

 

Für mich wurde dieser Text auf meinen langen Pilgerreisen nach Santiago de Compostela zur Meditation und zu einem liebgewordenen Mantra. Im Rhythmus des Gehens habe ich den Text unzählige Male still wiederholt. Meistens wurden dabei meine Schritte leichter. BK

 


s i n n w a e r t s . c h

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