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Bruno Kunz
Psychologe FH
dipl. Laufbahnberater

Herrenberg 44
CH - 8640 Rapperswil
++41 55 210 66 20
++41(0)79 510 29 50
bruno.kunz@sinnwaerts.ch

Erfahrungen auf dem Jakobsweg

In der Deutung der Welt unterscheiden sich die Menschen am meisten.



Die Erfahrung des Camino ist so komplex und gleichzeitig so einfach, so sorgenfrei und auch voller Angst, dass man sie nicht angemessen beschreiben kann. Man muss sich selber auf den Weg machen.
Je mehr ich in den besonderen Raum des Camino hineinschreite, umso reicher finde ich ihn in seinen klaren Resonanzen, umso mehr lerne ich über die Wahrheit meines Lebens.

Der Camino ist nur jenen zugänglich, deren Füsse auf dem Boden sind. Wenn du auf dem Camino sein möchtest, musst du aus deinem Auto aussteigen, deine Schuhe schmutzig machen, von Schweiss durchnässt werden, vom Regen kalt und nass sein. Du musst müde im Refugio ankommen. Dann wirst du die Freuden des Camino erleben.  
(Lee Hoinacki)

Der Weg ist wie der Lebensweg. Was wichtig ist, ist ihn zu gehen, immer vorwärts, jeder nach seinem Rhythmus, jeder nach seinen Möglichkeiten. Auf dem Camino wie im Leben musst du gehen und beobachten, was dich umgibt, die Leute, denen du begegnest.... Du entdeckst den Wert der Beständigkeit, der Anstrengung, der Befriedigung des Ankommens, des Erreichens von dem, was du dir vorgenommen hattest. Im Leben brauchst du Unterstützung, du brauchst Menschen, die dir eine Hand reichen, mit denen du deine Erfahrungen teilen kannst, und deine Probleme. Auf dem Camino entdeckst du all dies.

Der Weg ist der Pilger. Der Weg bist du. Der Weg ist Licht und Schatten, Einsamkeit und Gemeinschaft, Schmerz und Lächeln, Blasen und Illusion. Vergiss das nicht Pilger.

Das Glück hat nichts mit schlechterem oder besserem Camino zu tun. Weder "Glück" noch "besser" haben irgendeinen Sinn. Mein Verhalten sollte in respektvoller und wachsamer Bewusstheit bestehen, einer lebhaften, umsichtigen Offenheit dem gegenüber,was ist.

Pilgerweg ist nicht Sache von Wochen, erwartungsvoll pilgern ist Inhalt des Lebens. Dass Gott in mir lebt, durch mich die Welt verwandelt, das zu erfahren braucht endlosen Atem. (Elmar Theodor Körner)

Wer den Camino geht, präsentiert das menschliche Leben, macht an einem Beispiel verdrängte Menschlichkeit wieder offenbar. Die Caminowanderer streben die Chancen an, zumindest in ihrem konkreten Projekt als Höhepunkt ihres Lebens Lebenssinn zu versinnlichen.   (Heinrich Kanz)

Manchmal verlangt das Leben grosse Tapferkeit und es ist noch lange nicht die grösste alleine nach Santiago zu pilgern. (Dorothea Braun)

Wegweiser für den existenziellen Pilger: Befreiung vom Ich, Verzicht auf das Unwesentliche, Hinwendung zum Unvergänglichen.

Warum der zunehmede Wunsch, oft zu Fuss unterwegs zu sein?
Beim Gehen kommt die Seele mit. Gedanken und Gefühle bekommen Zeit, den richtigen Platz in meinem Innern zu finden. Oder sie verblassen und verlieren ihr Gewicht. Das Gehen bringt das rechte Mass
und den gesunden Rhythums (Bruno Dörig)


Die Ausrichtung auf Santiago de Compostela als äusseres und inneres Wegziel stützt mit jeder Wegmarkierung das Vertrauen, dass der eigene Lebensweg nicht absurd ist, nicht Irrlichtern folgt. (Paul Hüster)


Nur das Erleben ist uns Zeitgenossen gemeinsam. Doch in der Deutung der Welt bleibt jeder für sich und nicht einmal Gott für uns alle..
Der Camino ist mal Feldweg, mal Autostrasse, in den Städten auch mal eine gepflasterte Gasse wie andere Strassen und Wege auch. Und doch ist der Camino dem Namen nach schlicht "der Weg". Die Einstellung und die religiöse Erwartung in dem er gegangen wird, geben ihm seine Weihe und machen ihn zum Weg der Wege. (Paul Hüster)

Die alten Pilgerwege  sprechen tief menschliche, religiöse Bedürfniss an. Wir merken, es gibt noch andere Wege als die abgefahrenen und ausgetretenen. Wenn wir den Weg unter die Füsse nehmen, hat der Weg Zeit uns zu prägen. Wir erleben jedes Wegstück voller Achtsamkeit, Herz und Seele können bei den Dingen verweilen, die der Weg offenbart. Zu einem fernen Ziel unterwegs sein und zugleich den Weg voller Gegenwärtigkeit und Achtsamkeit gehen und leben, das ist Pilgerschaft. (Theo Bächtold)

Pilger ist einer, der geht und sucht.

Ein Pilger sollte Durst haben. Durst nach Gott, Durst sich selber zu erkennen, Durst nach den andern.....das bringt uns auf den Weg.

El camino es fe, sudor y esperanza    (Der Camino ist Glaube, Schweiss und Hoffnung)
Eintrag in einem Gästebuch eines Refugios
                                          


Bin ich durch die Reise ein anderer geworden?
Hat sich ein sichtbares Wunder vollzogen, eine übernatürliche Veränderung der Seele? Nein! - aber ich glaube, dass ich durch diese Reise einen neuen Weg entdeckt habe und erkennen kann, dass das Leben bereits ein Wunder ist. Es ist das Erkennen, dass der Weg zum Wesentlichen, also zu Gott, erfüllender ist, als nach Schätzen zu streben, die vom Wesentlichen ablenken. Meine Erfahrung: es war ein Weg der kleinen Veränderungen, der kleinen Erleuchtungen, die allesamt bestätigen, dass es tiefen Grund für die grosse Sehnsucht gibt.
Das Geheimnis des Camino ist die Intensität des Erlebens. (Paul Hüster)