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Bruno Kunz
Psychologe FH
dipl. Laufbahnberater

Herrenberg 44
CH - 8640 Rapperswil
++41 55 210 66 20
++41(0)79 510 29 50
bruno.kunz@sinnwaerts.ch

Die Spirituelle Pilgerapotheke

"Glaube macht selig"
Glaubst du das oder
glaubst du an anderes?



Leben ist Pilgerschaft

Spuren von Sinn suchen und finden... Auf dem Jakobsweg und anderswo. Diese kleine Pilgerapotheke bereichert und vertieft das Unterwegssein mit heilsamen Sprüchen und Lebensweisheiten. Bei Kummer und Schmerz ein Kärtchen ziehen, die Botschaft ganz in sich aufnehmen und ihre Wirkung achtsam entfalten lassen.
Dann weitergehen, immer weiter...


Ich möchte die Pilgerapotheke
für Fr. 18.00 (+ Fr. 4.00 Versandspesen) bestellen
.



Einige Sprüche aus der Pilgerapotheke:

***

Es geht, wenn man geht.

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Ich bin nicht alleine
auf dem Weg.

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Wer gehen und sich gehen lassen kann, dem geht es gut.

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Auch mit Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man ein
schönes Muster legen
.

***

Geh langsam,
du kommst doch immer wieder nur zu dir selbst.

***

Der eigentliche Sinn der Pilgerschaft ist, sein Herz zu öffnen, und nicht in Santiago anzukommen.

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Wunderbar sind die Belohnungen für Achtsamkeit.

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Wanderer, deine Spuren sind der Weg, und nichts weiter.
(Antonio Machado)

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Pilgern heisst mit den Füssen beten.

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Pilger nicht du sollst den Weg machen. Lass zu, dass der Wg dich macht.

***

Auch wenn die Kirchen
verschlossen sind,
Gottes Haustüren sind immer offen
.

***

Schritt für Schritt

***

Das Ziel gibt dem Weg seinen Sinn.

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Die längste Reise ist
die Reise nach innen

(Dag Hammerskjöld)

***

Geh,wohin dein
Herz dich trägt.

***

Gebrauchsanweisung

In der kleinen Schmuckdose sind 36 Karten mit heilsamen Sprüchen und Lebensweisheiten. Jede Karte repräsentiert ein Lebensthema, das auf Ihrem Weg eine spezielle Bedeutung haben kann. Die Karten können einen starken Impuls geben, sich mit diesem Thema zu befassen.
Die Spirituelle Pilgerapotheke ist kein wissenschaftlich erprobtes Heilmittel, um die Mühen des Weges zu mildern und geheilt oder gar geheiligt in Santiago anzukommen, sondern ein feines Hilfsmittel, um sich den spirituellen Dimensionen des Wegs zu öffen. Sie will Impulse geben, allfällige spirituelle Entwicklungskrisen auf dem Weg besser zu verstehen und zu bewältigen
Ich hoffe, dass die gesammelten Lebens- und Pilgerweisheiten auf den Meditationskarten zum richtigen Zeitpunkt die manchmal notwendigen Gedankenimpulse geben, um immer tiefer in das Geheimnis des eigenen Lebensweges einzudringen.

Auf dem Jakobsweg habe ich viel über mich, aber auch über Gott und die Welt erfahren, erlebt und gelernt. Der Camino, wie der Jakobsweg auch genannt wird, ist ein konkreter Lebens- und Pilgerweg, auf dem die meisten Menschen ganzheitliche, existenzielle Erfahrungen machen und - was vielleicht das Entscheidende ist - Zeit haben über diese Erfahrungen nachzudenken und sie auf ganz verschiedenen Ebenen zu verarbeiten.
Unser ganzes Leben ist ein Entwicklungsweg mit verschiedenen Phasen und entsprechenden Anforderungen und Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Auf dem Camino können diese Entwicklungsprozesse in verdichteter Form erlebt werden. In der mystischen Tradition des Christentums wurde dieser Weg oft als Einweihungsweg mit den drei Phasen Läuterung, Tod und Auferstehung in Verbindung gebracht. Barbara Haab hat in ihrem Buch "Weg und Wandlung" mit wissenschaftlichen Methoden den Transformationsprozess der Pilger untersucht.

Phase 1 : A u f b r u c h - eine Frage der Motivation

In jedem Aufbruch steckt ein Neuangang. Wer aufbricht, möchte unbewusst oder bewusst etwas in seinem Leben verändern. Mit dem Aufbruch beginnt die Pilgerschaft, in ihm liegt der Reiz des Neuen, Unbekannten. Zu allen Zeiten sind Menschen aufgebrochen, haben Wege gesucht, die ihrem Leben Ziel und Richtung gegeben haben und Spuren von Sinn erkennen liessen. Der Jakobsweg ist ein solcher Weg. Obwohl der Weg nach Santiago Jahrhunderte alt und ein bekannter Weg ist, braucht es auch heute noch Mut sich auf diesen langen Weg zu machen. Das Unbekannte reizt nicht nur, es macht gleichzeitig auch Angst. Ob wir auf den Jakobsweg oder andere Wege gehen, immer wieder müssen, können wir von neuem aufbrechen.

Wann brechen Menschen zu etwas Neuem, z.B. nach Santiago, auf ?
- Das Ziel muss verlockend sein. Ideal ist es, wenn es einem tiefen Wunsch entspricht. Letztlich ist es immer eine Sehnsucht, die den Menschen veranlasst sich auf einen spirituellen Weg zu begeben. Augustinus beschreibt es so: "Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft. Im Menschen lebt eine Sehnsucht, die ihn hinaustreibt aus dem Einerlei des Alltags und aus der Enge seiner gewohnten Umgebung. Immer lockt ihn das andere, das Fremde. Doch alles Neue, das er unterwegs sieht und erlebt, kann ihn niemals ganz erfüllen. Seine Sehnsucht ist grösser. Im Grunde seines Herzens sucht er ruhelos den ganz Anderen und alle Wege, zu denen der Mensch aufbricht, zeigen ihm an, dass sein ganzes Leben ein Weg ist, ein Pilgerweg zu Gott."
Eine Sehnsucht ist wie eine Vision ohne Bild. Wenn sie stark ist, hat sie eine ungeheure Kraft. Man wird von ihr förmlich angezogen. Sie lässt einem nicht mehr los. Man muss ihr folgen, koste es was es wolle. Der Camino de Santiago wird als der Weg der grossen Sehnsucht bezeichnet, weil dieser Weg Menschen anzieht, die etwas suchen. Die Sehnsucht ist der stärkste Motivationsfaktor. Wer zu Neuem aufbricht, hat Beweggründe, die er unter Umständen gar nicht genau benennen kann. Dass die Motivationen von Jakobspilgern sehr unterschiedlich sind, liegt in der Natur der Sache. Sich mit der Geschichte und Spiritualität dieses Weges auseinanderzusetzen, ist auf jeden Fall lohnend. In den letzten Jahren ist eine reichhaltige Pilgerliteratur zum Thema Jakobsweg erschienen (siehe Anhang) Henri Jarnier, ein passionierter Jakobspilger, drückte es kurz und bündig so aus : "Toutes est dans la tête."

- Die Zeit muss reif sein für den Aufbruch. Alles hat seine Zeit: Das Suchen nach einem neuen Weg ist nicht in jeder Lebensphase gleich stark.

- Aufbrechen heisst immer auch Abschiednehmen und Loslösen vom Alten. Man muss Sicherheiten aufgeben und Vergangenes loslassen können. Schon früher gab es Menschen, die den Camino als Flucht aus dem Alltag benutzt haben. Besser ist es, seine sieben Sachen vor dem Aufbruch in Ordnung zu bringen, so dass man nicht mit zu viel Unerledigtem auf den Weg geht.

- Nur wer zeitlich und psychisch genug Freiraum hat, bricht zu neuen Ufern auf. Allein schon sich den Freiraum zu schaffen, um ein oder mehrere Monate als Pilger unterwegs zu sein, braucht Ueberzeugung und Entschlusskraft.

- Wer aufbricht, muss Vertrauen haben, dass der gewählte Weg ein guter, sinnvoller Weg ist. Angst ist lähmend. Es ist normal vor dem Aufbruch Zweifel und Unsicherheiten zu haben. Schaffe ich den Weg ? Erreiche ich das Ziel ? Lohnt sich der Aufwand ? etc. Das Ziel ist nicht nur verlockend, denn wir wissen nie, was auf uns zukommen wird.
Das Gute am Camino: Es ist ein bewährter Weg, den schon Unzählige gegangen sind. Das verleiht diesem Weg seine Besonderheit und stärkt das Vertrauen. Der Weg kann zwar einsam sein, aber man ist selten alleine. Millionen von Pilgern haben im Verlauf der Jahrhunderte ihre eindrücklichen Spuren hinterlassen. Trotzdem braucht es immer Mut zum Aufbruch . Wohl deshalb rufen sich die Pilger auch heute noch "Ultreïa !" zu, was so viel heisst wie "Mach dich auf, wage es, es wird gehen, es lohnt sich! "

Phase 2:   L ä u t e r u n g - eine Folge des tagelangen Gehens

"Gehen. Darum geht es. Ich gehe. Ich gehe auf auf Strassen. Ich gehe auf Feldwegen, ich gehe durch den Sumpf. Ich gehe auf Wegen aller Art. Ich gehe nicht irgend einen Weg. Ich gehe auf dem Jakobsweg."

Mit diesen Worten beginnt Beat Sterchi den Erlebnisbericht seiner Pilgerreise. Letztlich spielt es keine Rolle, welchen Weg wir gehen. Wichtig ist, einen Weg zu gehen, im wörtlichen und übertragenen Sinn. Pilger auf dem Jakobsweg gehen einen ganz konkreten Weg. Sie gehen ihn tage-, wochen-, ja monatelang und (fast) alle machen ähnliche Erfahrungen.

Es braucht mehrere Tage, bis man sich an den neuen Rhythmus des Pilgerns gewöhnt hat. Erst allmählich beginnt man zu spüren, dass der Weg bewegt, dass das äusserliche Unterwegssein, auch innerlich bewegt und verändert. Wandern kommt von wandeln. Das Wandern wandelt allmählich das Innere und es kommt zu einer inneren Verwandlung. Das äussere Unterwegssein wird zum Mittel um auf dem inneren Weg voranzukommen. Das Innere wird aufgeweicht, die psychischen Verkrustungen beginnen sich zu lockern. Man muss der Seele dafür Zeit lassen, viel Zeit. Nur dann wird diese Erfahrung gemacht. Darum sind viele der heutigen Pilger immer noch zu Fuss unterwegs. Trotzdem sind wir in der Regel zu wenig gelduldig, weil wir Kinder einer Subitogesellschaft sind, in der jedes Bedürfnis immer rascher befriedigt werden muss. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass der Veränderungsprozess des Sich Oeffnens für neue Erfahrungen bereits nach wenigen Tagen erfolgt. Jeder nimmt sich und seine Geschichte und seine Gewohnheiten mit auf den Weg. So haben z.B. sehr leistungsbezogene, sportliche Menschen meistens auch auf dem Jakobsweg den Ehrgeiz schnell und auf dem direktesten Weg ans Ziel zu kommen.

Es kann Wochen dauern, bis wir uns als Pilger fühlen und uns mit dieser Rolle innerlich identifizieren können. Wenn wir "richtige" Pilger geworden sind, verändert sich unsere Einstellung zum Leben: Die Vergangenheit ist nicht mehr so wichtig; wir leben immer mehr im Hier und Jetzt und es gelingt uns immer besser uns mit Leib und Seele auf den Weg einzulassen. Wir spüren, das Gehen tut uns gut, es wirkt heilsam. Immer mehr können wir das annehmen, was der Weg uns gibt, lösen uns von unserer Ich-Verhaftung, werden empfänglicher und bewusster. Wir sehen manches neu, klarer. Wir pilgern unbeschwerter, weil wir die nötige Distanz zum Alltag gewonnen haben und geniessen die neue Lebensform mit offenem (reinem?) Herzen. In der christlichen Terminologie wird dieser Reinigungsprozess als Läuterung bezeichnet. Ein geläuterter Mensch sieht und nimmt die Wirklichkeit des Lebens wahr wie sie ist und nicht wie sie nach seinen Vorstellungen sein sollte.

Phase 3:   T o d - Krisen auf auf dem Pilgerweg

Unterwegssein ist immer eine geistige und seelische Herausforderung. Irgendwann wird fast jeder Weg beschwerlich. Es gibt Durststrecken, Wüstenzeiten auf dem Weg, Situationen, wo wir die Orientierung verlieren, vom Weg abkommen oder zweifeln, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Eine äusserliche Wüstenerfahrung erleben die Pilger z.B. beim Durchqueren der kastillischen Hochebene (Meseta) in Spanien. "Innere" Wüstenzeiten der Einsamkeit, des Durstes, der Orientierungsbedürftigkeit bleiben uns entlang des Jakobsweges und auf dem Pilgerweg des Lebens nicht erspart.

Wüstenzeiten fordern uns existenziell. Sie sind immer Anstoss und eine grosse Chance Antworten auf die aktuelle Lebenssituation zu geben und neuen Lebenssinn zu finden. Ohne Leiderfahrung entsteht nichts Neues. Der Jakobsweg ist darum auch ein Leidensweg, wo Altes sterben muss, damit der Mensch neu geboren werden kann. In dieser Phase des Weges sind wir auf göttliche Wegzeichen besonders angewiesen. Gewisse Pilger werden recht geschüttelt, bis sie empfänglich für Göttliches werden, wie immer sich dies im Einzelfall offenbart.

Phase 4:  Auferstehung - ein neues Bewusst-Sein entsteht

Auferstehung ist ein Wort aus der Bibel. Christen glauben an die Auferstehung Christi und an die eigene. In unserem Erdendasein schon von Auferstehung zu reden, fällt uns schwer. Dem Begriff haftet etwas Jenseitiges an. Trotzdem kennen wir in unserem Leben so etwas wie Auferstehungserlebnisse, z.B. dann wenn wir das Gefühl haben, ein neuer Mensch geworden zu sein, uns innerlich so gewandelt zu haben, dass sich das Leben in einer neue Form offenbart. Nicht selten stellt sich so ein Gefühl nach der Bewältigung von schweren Krisen ein.

Viele Pilger berichten nach ihrer Heimkehr, dass sie der Camino wesentlich verändert habe. Es gibt für sie eine Zeit vor und die Zeit nach dem Weg. Worin dieses neue Leben besteht, ist sehr individuell. Verallgemeinernd kann gesagt werden, die meisten sind - in welcher Form auch immer - sich selber und Gott näher gekommen und haben ein höheres, anderes Bewusstsein entwickelt, das sich in einer tieferen, ganzheitlicheren Verbundenheit mit sich selber und der ganzen Schöpfung ausdrückt. Vielleicht sind wir dankbarer geworden und können mit mehr innerer Zuversicht unseren Lebensweg bejahen und fühlen uns besser eingebettet als kleiner Teil im Kreislauf der göttlichen Natur.